Retten 2004

geschrieben von m.moskorz am 1. August 2004

Viel zu Feiern gab es für die Leimener Rettungsdienste DLRG und DRK Leimen am vergangenen Wochenende. Diese Gelegenheit nutzten die Vereine, um sich der Bevölkerung zu präsentieren und den Feierlichkeiten einen würdigen Rahmen zu geben.

Bereits am Vormittag bauten die Hilfsorganisationen ihr Equipment auf dem Georgi- Marktplatz auf. Neben dem Rettungswagen der Bereitschaft waren auch die pneumatischen Einsatzzelte, die Gerätschaften zur Eisrettung und die Ausstattung der Wasserrettungseinheit der DLRG Leimen zu sehen. Abgerundet wurde die Ausstellung durch die Feuerwehr Leimen, die sich mit dem Gerätewagen „Mess“ und einem Tanklöschfahrzeug präsentierte. Somit stellte sich den Bürgerinnen und Bürgern von Leimen die geballte Masse der Helfer in leimen dar.

Gleich drei Einsatzfahrzeuge und ein Boot konnten die Kooperationspartner DLRG und DRK, die sich Räumlichkeiten, Material und Personal brüderlich teilen, an diesem Tag in Dienst stellen. Bei der DLRG waren dies 100% des Fuhrparks, denn die bisherigen Fahrzeuge mussten altersbedingt ausgemustert werden. Mit einem Zuschuss aus Landesmitteln konnte ein FIAT Ducato mit Allrad- Antrieb beschafft werden, der zukünftig als Tauchgruppenfahrzeug eingesetzt wird. Ein besonderer Augenmerk bei diesem Fahrzeug liegt auf dem Ausbau im Heck, welcher speziell auf die Anforderungen der Rettungstaucher zugeschnitten ist. Die Tauchflaschen können sicher verstaut und befestigt werden, nasse Tauchanzüge können komplett zum trocknen aufgehängt werden und das übrige Tauch- Equipment wie Flossen, Masken und Lungenautomaten können pro Taucher sicher und ordentlich in Kisten verpackt und transportiert werden. Zur weiteren Ausstattung des Fahrzeuges gehört auch ein Notfallrucksack mit Sauerstoffeinheit sowie ein Spinboard. Somit ist das Fahrzeug auch bestens ausgestattet, um eine medizinische Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchführen zu können. Eine Anhängerkupplung ermöglicht es einen der beiden Anhänger zu ziehen, was die Einsatzmöglichkeiten des Fahrzeugs weiter aufwertet.
Ebenfalls neu ist ein VW T3 Syncro, der zukünftig als Bootsgruppenfahrzeug eingesetzt wird. In Eigenleistungen wurde das Fahrzeug den individuellen Bedürfnissen angepasst, zu denen auch eine weitere Sitzbank und ein klappbarer Tisch gehört. Das Fahrzeug kann somit auch eine mobile Einsatzleitung vor Ort beherbergen. Zur weiteren Ausstattung gehört wie auch beim Tauchgruppenfahrzeug ein Notfallrucksack mit Sauerstoffeinheit, sodass auch mit dem BGF eine medizinische Erstversorgung durchgeführt werden kann. Primär soll mit dem BGF aber der Trailer des Motorrettungsboot Hendrik gezogen, sowie das nötige Equipment transportiert werden.
Besagte „Hendrik“ ist ebenfalls neu bei der DLRG Leimen. Benannt nach unserem verstorbenen Kameraden Hendrik Sonnenberg wird das mit einem 90 PS- Motor betriebene Boot sowohl für Schulungen als auch im Wasserrettungsdienst eingesetzt werden. Für mehrere Personen ist auf dem robusten Aluminium- Hartschalenboot Platz und der Witwe von Hendrik Sonnenberg war es ein leichtes, die Sektflasche an der Außenwand zu zerschlagen und die Hendrik so traditionell zu Taufen.
Auch die DRK Bereitschaft konnte an diesem Tag ein neues Fahrzeug in Dienst stellen, ein BMW 525 touring wird der Bereitschaft für verschiedene administrative Aufgaben sowie Fahrten zu Ausbildungszwecken zur Verfügung stehen.

Höhepunkt des Nachmittags war aber die Auszeichnung der acht Helferinnen und Helfer, die im Jahr 2002 für fünf Tage im Rahmen des Katastrophenschutzes beim Jahrhunderthochwasser in Ostdeutschland eingesetzt waren. Für die Anerkennung ihrer geleisteten Dienste wurden Dominique Gallas, Lisette Hayer, Daniela Moskorz, Matthias Frick, Martin Moskorz, Matthias Splett, Marlo Sündermann und Florian Weidinger mit der Fluthelfermedallie der Bundesrepublik Deutschland sowie der Ehrenmedaillie des Bundeslands Sachsen- Anhalt ausgezeichnet. Überreicht wurden die Urkunden und Auszeichnungen vom SPD- Bundestagsabgeordneten Gert Weisskirchen, Oberbürgermeister Wolfgang Ernst, Kreisbrandmeister Peter Michels, seinem Stellvertreter Manfred Mayer sowie dem Rettungsdienstleiter der DLRG Kurpfalz Christoph Kessler. Sie würdigten den Einsatz der Helfer, die ohne große Vorlaufzeit spontan gen Osten aufgebrochen sind um zu helfen. Im Verband mit anderen DLRG Gruppen aus Baden- Württemberg und Westfahlen waren sie fünf Tage in Dessau, um den aufgewichten Deich beim Klärwerk zu halten und zu sichern. Bei einer Stabilität von gerade mal 6% war bei Eintreffen der Einheiten stand der Deich kurz vor dem Bruch. Doch mit Folien und Sandsäcken ist es den Helfern gelungen, den 1,2 km langen Abschnitt zu halten, und somit weiteren Schaden von Dessau abzuhalten.

Bei einem kleinen Empfang mit Sekt und Häppchen konnte die ein oder andere Anekdote zum Besten gegeben werden, ehe diese gelungene Veranstaltung ihr Ende fand.