geschrieben von k.bruemmer am 19. April 2012
Am Osterwochenende fand im Rhein-Neckar-Kreis und in der Stadt Mannheim eine organistionsübergreifende Übung der Strömungs- und Höhenretter statt. Organisiert wurden die “96h - Die Osterflut von Weinheim” vom Wasserrettungsdienst Nordbaden unter Federführung der DLRG Weinheim. So waren dir DLRG-Gruppen der Region mit dem THW, der Wasserwacht und Feuerwehren der Region 4 Tage lang an verschiedenen Orten mit unterschiedlichsten Übungsszenarios unterwegs.
Auch die DLRG Leimen war mit 6 Helfern dabei. Unsere Aufgaben waren vor allem in der Organisation und Logistik. Wir waren mit dem BGF und dem Gerätewagen San S3 des DRK Leimen, der u. a. mit aufblasbaren Zelten und Liege- und Sitzgelegenheiten ausgestattet ist, vor Ort. Zum Eigenschutz der Helfer hatten wir außerdem den KTW des DRK Leimen dabei. So bauten wir ein Zelt als Rückzugsort und Kantine auf und waren für die Verpflegung zuständig.
Natürlich konnten unsere Strömungsretter auch an den jeweiligen Übungen teilnehmen oder auch mal als zu Rettender erleben, wie sich das anfühlt aus großer Höhe oder reißenden Strömungen gerettet zu werden.
Im Vordergrund stand neben den eigentlichen Übungen auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Hilfsorganisationen.
Vielen Dank an alle Beteiligten und vor allem an die Organisatoren.
Weiterführende Informationen:
DLRG Landesverband Baden
Rhein-Neckar-Blog
Lokalmatator
Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung vom 11.04.2012:
Die Strömungsretter wissen im Ernstfall genau, was zu tun ist
Bei einer Großübung am Neckar haben die Einsatzkräfte ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt
Von Stefan Zeeh
Ilvesheim/Rhein-Neckar. Das Wetter über Ostern hätte auch ganz anders sein können: Dauerregen und einsetzende Schneeschmelze. Die Bäche wären angeschwollen und über die Ufer getreten, so dass Menschen aus den verschiedens-ten Notlagen hätten gerettet werden müssen. Das war das Ausgangsszenario für die viertägige Übung “96 Stunden - Die Osterflut von Weinheim” der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
“Nach den Hochwässern von Oder und Elbe in den vergangenen Jahren hat man erkannt, dass es Defizite bei der Rettung von Personen aus Überflutungsgebieten gibt”, erläuterte Torsten Ahl von der DLRG Mannheim den Hintergrund für die ungewöhnliche Aktion mit insgesamt 30 Helfern von DLRG, Feuerwehren und Technischem Hilfswerk (THW) aus Deutschland und Polen. Bei Hochwässern ist die Strömung manchmal so stark, dass eine Rettung mit Schlauchbooten nicht möglich ist. Dann kommen die so-genannten Strömungsretter der DLRG
zum Einsatz, die Kenntnisse über strö-mende Gewässer kombiniert mit Seil- und Bergungstechniken besitzen.
Als Übungsobjekt hatte Matthias Starker von der DLRG-Ortsgruppe Weinheim bereits vor einigen Jahren ein altes Fahrzeug ausgeschlachtet, so dass nur die Karosserie übrig blieb. Diese
wurde jetzt von zehn Mann unterhalb der Ilvesheimer Neckarbrücke in der kräftigen Strömung des Flusses abgesetzt. Zwei Freiwillige nahmen in dem “Fahrzeug” Platz, um sich retten zu lassen.
“Zwei Meter pro Sekunde beträgt hier die Strömungsgeschwindigkeit”, weiß Matthias Starker zu berichten. Da hat selbst ein guter Schwimmer Probleme, dagegen anzukommen. Deshalb sprangen die Helfer etwa 20 Meter oberhalb des im Fluss liegenden Autowracks in den rund zehn Grad kalten Neckar. Blitzschnell wurden sie von der Strömung er-fasst, und wäre da nicht eine helfende Hand von einem Kollegen gewesen, wäre mancher der Übungsteilnehmer an der “Unglücksstelle” vorbeigetrieben.
Dadurch entstand allerdings keine Gefahr für die Lebensretter, denn mit den Tücken der Strömung umzugehen, sind sie gewohnt. “Im 45-Grad-Winkel aus der Strömung rausschwimmen”, erklärt Matthias Starker die Technik. Viel gefährlicher sind Gegenstände aller Art, die von unachtsamen Menschen in den Neckar geworfen wurden.
So holten im Laufe der Übung die Helfer zwei Eisenstangen und eine Autobatterie aus dem unmittelbaren Umfeld des Übungsgeländes aus dem Fluss. Die “Rettung” der beiden im Fahrzeug Eingeschlossenen ging dann unspektakulär und professionell über die Bühne. Bald saßen die beiden aber wieder im Autowrack, denn es sollten verschiedene Rettungstechniken
geübt werden.
Gar nicht so nass wurde dagegen die Strömungsretterin Lisa Krapf an diesem Ostersamstag. “Ich habe heute meinen trockenen Tag”, berichtete sie lachend über einen weiteren
Übungsteil, bei dem es um die simulierte Rettung verletzter Personen von einer vom Hochwasser eingeschlossenen Landzunge ging. Unterhalb der Neckarbrücke wurde dafür eine Art
Seilbahn gespannt, mit der Helfer und “Verletzte” hin und her transportiert werden konnten.
So wurden Techniken der “Spezialrettung aus Höhen und Tiefen”, für die Axel Manz von THW in Bendorf zuständig war, an die “Strömungsretter” weiter gegeben. Denn der Erfahrungsaustausch zwischen den verschiedenen Gruppen war ebenso ein zentrales Anliegen der erstmalig in dieser Form abgelaufenen Übung.

Zum Glück kein Ernstfall: Das Autowrack im Neckar bei Ilvesheim diente den Rettungskräften nur als Übungsobjekt zur Bergung von Personen aus strömendem Wasser. Foto: Zeeh

An der Ilvesheimer Neckarbrücke wurde auch die Bergung verletzter Personen von einer vom Hochwasser eingeschlossenen Landzunge simuliert. Foto: Gerold